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 Satureja's Forum für ätherische Öle und Räucherwerk
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 Aromatherapie er Inkas von Marc Meintrup 04.08.2002 (13:26 Uhr) Daniela
 Re: Aromatherapie er Inkas von Marc Meintrup 07.08.2002 (12:13 Uhr) Daniela
Hallo Daniela,

ich geb Dir jetzt einfach meinen Senf zu diesen Mischungen:
>
> Erkältungssalbe:
>
> 60g Salbengrundlage (aus Jojobaöl,
> Kakaobutter/Sheabutter, Bienenwachs, Conarom (???, kenne
> ich nicht))
> 40 Tr Ingweröl
ist viel zu hoch dosiert. In Mischungen reichen 1 - 2 Tropfen Ingwer in 50 ml Grundlage vollkommen aus. Auch aktiviert Ingwer den Körper, regt an und fördert die Durchblutung. In der Schwangerschaft wird er nicht verwendet, da er die Wehentätigkeit fördert. Ingwer ist ein wunderbares Öl bei Muskelverspannungen, bei körperlicher und geistiger Erschöpfung und in erotischen Mischungen. Für Erkältungen gibt es weitaus wirksamere und bessere ätherische Öle.

> 40 Tr Thymianöl
ist ebenso viel zu hoch dosiert. Das Problem ist hier, da nie auf den Chemotyp des Thymians eingegangen wird. Meist bekommt man im Handel nur den Chemotyp Thymian thymol und der ist durch seinen hohen Phenolgehalt sehr hautreizend. 1 Tropfen Thymianöl ist in Mischungen für Erkältungen und andere Beschwerden absolut ausreichend. Wer empfindliche Haut hat, reagiert auf seine so eine Dosierung mit ganz starken Hautreizungen.

> 40 Tr Eukalyptusöl
ebenso welcher Chemotyp? Es gibt ganz viele verschiedene Eukalyptusöle im Handel. Wichtig ist die botanische Bezeichnung. Auch hier viel zu hoch dosiert. Die meisten Eukalyptusarten sind für Kinder unter sechs Jahren nicht geeignet, da es durch seinen Duft zu einem olfactorischen Schock kommen kann. Am Besten geeignet bei Erkältungen ist der Eukalyptus radiata, der auch sanft bei Kindernasen ist, aber auch er wird nie mehr als 1 - 2 Tropfen in eine Mischung gegeben.
> 1 Msp Kampfer
ist ein absolut heftiges Öl. Für Kinder unter sechs Jahren nicht geeignet, ebenso nicht geeignet in der Schwangerschaft. Wobei hier ganz deutlich auf die Qualität achten muss, denn der DAB-Kampfer (nach dem deutschen Arzneibuch) ist ein rein synthetischer Stoff, dem man den gleichnamigen Wirkstoff entzogen hat. Solches ist zwar kampfrig vom Duft, hat aber die Wirkung nicht. Ein reiner Kampher aber wirkt sehr stark und heftig.

> 1 Msp Menthol
Menthol ist ein isolierter, meist synthetischer Inhaltsstoff der Minzarten. Auch bei Menthol und eben bei den Minzen muss man ganz gezielt auf die Dosierung achten. 1 - 2 Tropfen ätherisches Pfefferminzöl ist in einer Mischung ausreichend, bei der Ackerminze (mit dem höchsten Gehalt an Menthol) reicht 1 Tropfen in einer Mischung aus.

Für eine Erkältungsmischung viel zu hoch dosiert, Nebenwirkungen wie Hautreizungen bei empfindlicher Haut sind vorprogrammiert. Auch für Kinder unter sechs Jahren ist die Mischung nicht geeignet. Aber auch vom Duftempfinden ist die Mischung nicht toll, denn auch Mischungen zum Helfen bei Beschwerden können wohlduftend und nicht medizinisch sein.

> Sprühmischung, die die Ansteckungsgefahr bei Epidemien
> deutlich herabsetzt:
>
> 50 Mililiter Wasser
> 5 Tr Eukalyptus
> 3 Tr Lavendel
> 6 Tr Tea-Tree-Öl
> 4 Tr Thymian
> 4 Tr Wacholder
> 5 Tr Zitrone
>
> Verquirlen und im Raum zerstäuben oder in die Duftlampe

Stellt eine mittlere Dosierung dar und ist vom Duft her sehr medizinisch. Auch hier kann man wohlduftere Mischungen herstellen, die ebenso wirksam sind. Zum Sprühen würde ich die ätherischen Öle mit etwas Alkohol verschütteln und dann mit dem Wasser vermischen. Da die ätherischen Öle ja nicht wasserlöslich sind.
In die Duftlampe gibt man für einen ca. 18 qm großen Raum nicht mehr als 5 Tropfen ätherisches Öl.

> Anti-Insekten-Mischung:
>
> 76 Mililiter kosmetisches Basiswasser
> 4 ml Lavendel
ist bei Insekten zwar okay (gibt besseres).
> 4 ml Salbei
Salbeiöl gehört eigentlich nicht in Laienhand. In Frankreich gibts dieses ätherische Öl nur vom Arzt auf Rezept, da es sehr toxische Bestandteile hat. Salbeiöl enthält bis zu 50 % Monoterpenketone, die zwar klärend, belebend und schnell den Gehirnstoffwechsel anregen. Aber in einer hohen Dosierung ist es neurotoxisch, krampfauslösend, abortiv und die Leber schädigend.
> 4 ml Ztironelle
Citronella ist ein sehr gut wirksames ätherisches Öl für eine Anti-Insekten-Mischung.
> 4 ml Eukalyptus
> 4 ml Minze
> 20 Minuten verquirlen, danach eine woche ruhen lassen.
Warum?
> Dann mit Lösungsvermittler (LV41) in 3 Liter Wasser
> einrühren.

Also die Menge an ätherischen Ölen passt zwar wieder in 3 l Wasser, aber ich sehe in dieser Mischung wenig Sinn. Was macht man auch damit, auf die Haut aufbringen oder versprühen? Wenn man so etwas ansetzt, z.B. in 50 ml auf gar keinen Fall eine so hohe Dosierung an ätherischen Ölen nehmen.

> ---
>
> Neurodermitissalbe:
>
> 20 g tegomuls
> 10 g Bienenwachs 90 g Hamameliswasser
> 2 ml Immortelle
> 5 ml Tea-Tree
> 2 ml Propolis
> 5ml Schafgarbe
> 5ml Conarom.
>
Davon ist auf jeden Fall die Finger weg zu lassen. Teebaum hilft bei Neurodermitis so gut wie gar nicht, außer dass er die Haut zusätzlich reizt. Schafgarbe ist zwar gut für die Wundheilung geeignet, aber sie wird in Mischungen nicht höher als mit 1 Tropfen dosiert und sie ist kein Neurodermitisöl. Immortelle ist ein seelisch ganz stark aufwühlendes ätherisches Öl, zwar gut für die Haut geeignet, aber wo der Nutzen bei Neurodermitis sein soll, weiß ich nicht.
Propolis stammt von Bienen und ist nicht für alle gut verträglich, über dessen Nutzung bei Neurodermitis kann ich Dir nichts sagen. Conarom kenne ich nicht, hast Du da evtl. den botanischen Namen? Darüber kann man einiges über die Pflanze herausfinden.

Bei Neurodermitis muss man sehr aufpassen, da hier die Haut meist irreparabel geschädigt ist. Hier noch eine solche Dosierung an ätherischen Ölen in die Haut zu bringen ist absolut daneben.


> Wie beurteilst Du diese Rezepte? Kann ich die gefahrlos
> machen?

Also gefahrlos kannst Du die nicht nachmachen. Gerade medizinische Mischungen ohne eine ärtzlich Diagnose zu machen, ist schon fast sträflich, da man mit der Selbstmedikation oft daneben liegt und dann mit den falschen ätherischen Ölen meist noch eine Verschlimmerung herbeiführt. In Krankenhäusern werden zwar oft sehr hohe Dosierungen an ätherischen Ölen gegeben, aber hier hat man eine tägliche Überwachung des Geschehens (außerdem wird auch alles dokumentiert und ist somit dann auch nachvollziehbar) und solche Dosierungen werden immer zeitlich begrenzt gegeben.

Und für Mischungen, die man sich z.B. bei einer Erkältung antut, braucht man solche Dosierungen nicht. Auch hier gibt es wohlriechendes und wohltuendes. Wenn Du Mischungen brauchst, schreib einfach was und ich schau mal in meiner Mischungsmappe nach.

Aber jetzt bin ich neugierig geworden, denn was haben ätherische Öle von Pflanzen wie Eukalyptus, Teebaum, Immortelle, Lavendel oder Zitrone mit der Aromatherapie der Inkas zu tun? Ich glaube nicht, dass den Inkas Lavendel oder Zitrone oder Eukalyptus bekannt war.

Liebe Grüße

Gabriela
 Meintrup - Kein Fachmann 07.08.2002 (14:27 Uhr) Ines

Dies ist ein Beitrag aus dem Forum "Ätherische Öle und Räucherwerk". Die Überschrift des Forums ist "Satureja's Forum für ätherische Öle und Räucherwerk".
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