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(08.03.2018, 04:00 Uhr)

 
 
 Satureja's Forum für ätherische Öle und Räucherwerk
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Hallo! Ich bin noch ziemlich am Anfang mit "Experimentieren" und Schnuppern. Und manchmal schwirrt mir bei den ganzen vielen Namen, Wirkungen, Mischungen etc. schon der Kopf.
Ich weiß auch, das äth. Öle nicht grad spottbillig sind und und ich mich mit diversen Spontankäufen nicht finanziell ruinieren will, hab ich einige Fragen an die "alten Häsinnen" ;-)

1. Könnt ihr mir einige ÄÖ empfehlen, die man als Basisausstattung haben sollte? Ich nutze die Öle im Moment vor allem in der Duftlampe, würde aber gern auch Mischungen für Massageöl und Bad ausprobieren - ich sag mal ganz schlicht zur seelischen und körperlichen Entspannung, Kräftesammlung, Konzentration. Außerdem hab ich eine Tochter (7) und auch einen Mann, die ich auch gern mit schnuppern lassen würde.
Vorhanden sind bisher: Orange, Rosenholz, Lemongrass, Teebaum (was ich aber gar nicht mag) und Sandelholz (ebenso - zumindest nicht pur...) und außerdem ein Öl, dass ich als Zedernöl gekauft hab aber nach der lat. Bezeichnung (Juniperus irgendwas...) müsste es Wachholder sein...

2. Wie bewahrt man die Öle - wenn man dann schon paar Fläschchen hat - am klügsten auf?

3. Ist es egal, was man als Basisöl nimmt? Oder "vertragen" sich manche Basisöle nicht mit den Düften. (Ich hab im Mom. ein Jojobaöl, was ich ganz in Ordnung finde)

Es wäre ganz toll und schön, wenn ihr Expertinnen hier im Forum mir einige gute Ratschläge geben könntet.
Hallo Eva,

da hast Du ja schon einige ätherische Öle.

Orange - wird für eine Massagemischung nicht mehr als 3 Tropfen in 50 ml Basisöl dosiert und bei empfindlicher Haut am Besten mit Lavendel fein gemischt, da es Inhaltsstoffe enthält, die die Haut reizen können, ebenso enthält ist Orangenöl photosensibilisierend. Orange ist hautstraffend und auch ein schönes Erkältungsöl.

Rosenholz - ist ein wunderbares, sehr hautpflegendes ätherisches Öl, das sich für Duftanfänger wunderbar eignet.

Lemongrass - gehört zu den sehr hautreizenden ätherischen Ölen, die nie pur auf die Haut gegeben werden und gering dosiert werden (in Körperölmischungen auf 50 ml nie mehr als 2 Tropfen Lemongrass geben).

Teebaum ist ein sehr medizinischer Duft, der oft in seiner Wirkung auch überschätzt wird. Ich mag ihn auch nicht und finde es gibt besseres (Beispiel Manuka oder Cajeput). Aber Teebaum kann aufgrund seiner Inhaltsstoffe die Haut austrocknen und reizen und bei empfindlicher Haut mischt man ihn auch mit Lavendel fein.

Sandelholz - gehört zu den sehr aphrodisischen Ölen, die sehr harmonisch und ausgleichend wirken, in Mischungen genügt 1 Tropfen.

Juniperus virgiana - Virginiazeder, eine Wacholderart - ich denke, dass dies Dein Öl ist, hat komplett andere Wirkweisen als das Zedernöl (Cedrus atlantica). Die Virginiazeder gilt als abortiv, als nicht in der Schwangerschaft anwenden. In geringer Dosierung (1 Tropfen) kann man sie einem Massageöl beigeben.

Was eigentlich fehlt ist der Lavendel fein (Lavandula angustifolia), es sei denn Du magst den Lavendelduft nicht. Lavendel ist ein ausgezeichnetes Öl bei Erste-Hilfe-Maßnahmen, das auch punktuell mit 1 - 3 Tropfen pur und unverdünnt benutzt werden kann und es ist körperlich und seelisch entspannend.
Ein sehr harmonisches Öl für Bäder und Massageöle ist die Rosengeranie (Pelargonium graveolens), die nicht nur wunderbar rosig duftet, sondern harmonisiert, die Seele und den Körper ausgleicht.
Benzoe Siam (Styrax tonkinensis) ist der absolute Kuschelbär unter den ätherischen Ölen. Er hat einen wunderbaren balsamischen, warmen und vanilligen Duft, und ist ebenso harmonisierend und ausgleichend.
Zeder (Cedrus atlantica), die einen wunderbar in die eigene Mitte bringt, zu den Kraftreserven finden lässt, Stresshormone abbaut und ausgleicht, auch ist sie ein wunderbares Kinderöl.
Grapefruit (Citrus paradisi) der Happymaker, der glücklich macht und sanft aus seelischen Tieflagen zieht und die Konzentration fördert.

Diese ätherischen Öle sind wunderbar hautpflegend, lassen sich gut mit Deinen Ölen und untereinander kombinieren und sind für Bäder und Massagen optimal geeignet (bis auf die Grapefruit, die ähnliche Inhaltsstoffe wie die Orange hat).
Sie gehören alle zu den Ölen, bei denen Duftanfänger nichts falsch machen können.

> 2. Wie bewahrt man die Öle - wenn man dann schon paar
> Fläschchen hat - am klügsten auf?

Die ätherischen Öle sind ja in lichtgeschützten Fläschchen abgefüllt und können ganz normal aufbewahrt werden (also im Regal oder Schrank). Sie sollten nur nicht in der prallen Sonne stehen und man soll sie nicht lange offen stehen lassen. Die meisten ätherischen Öle (Ausnahme Zitrusöle) können jahrelang aufbewahrt werden. Einige werden dabei vom Duft her immer reifer und besser, wie das Sandelholz oder die Rosengeranie. Es gibt Leute, die sagen, dass eine Rosengeranie nach 5 Jahren wie eine Rose riecht, sofern das Fläschchen so lange hält.

> 3. Ist es egal, was man als Basisöl nimmt? Oder
> "vertragen" sich manche Basisöle nicht mit den Düften.
> (Ich hab im Mom. ein Jojobaöl, was ich ganz in Ordnung
> finde)

Tja, kommt darauf an, auf den Hauttyp, da die Basisöle unterschiedliche Inhaltsstoffe haben und so verschiedene pflegende und heilende Eigenschaften besitzen. Ebenso haben sie auch ihren eigenen Duft, das entfällt halt bei raffinierten Ölen, hier erhält man einen "Einheitsbrei", da die Basisöle chemisch behandelt und verändert werden. Man macht dies um eine längere Haltbarkeit zu erreichen und vor allem um die Duftstoffe, die auch einem Basisöl eigen sind, zu entfernen. So hat Haselnussöl z.B. einen sehr nussigen Eigengeruch, der nicht mit allen Ölen harmoniert, aber auch vom Verbraucher mitunter abgelehnt wird. Ebenso das sehr pflegende Macadamianussöl, das auch seinen nussigen Eigengeruch hat.
Jojoböl gehört ist für jeden Hauttyp verträglich und wird für das Mischen von Naturparfüms verwendet, da es fast keinen Eigengeruch hat, ebenso das süße Mandelöl. Und dann kommt es noch darauf an, auf was man beim Massageöl wert legt, nämlich ob es sehr schnell in die Haut einzieht (wie Jojoba- oder Macadamianussöl) oder ob es erstmal etwas fettiger auf der Haut bleibt (wie z.B. Johanniskraut- oder Olivenöl). Bei den Basisölen ist generell wichtig, dass sie kaltgepresst sind, denn nur bei der Kaltpressung bleiben ihre Inhaltsstoffe erhalten. Da die Ölausbeute aber geringer ist als bei anderen Methoden, sind diese Öle halt relativ teuer. Der Begriff kbA sagt aus, ob das Pflanzenmaterial aus kontrolliert-biologischem Anbau stammt. Es ist aber kein Hinweis, dass dieses kbA-Öl nicht doch raffiniert wurde.

Wenn Du noch Fragen hast, melde Dich einfach.

Liebe Grüße

Gabriela
Liebe Gabriela,

vielen Dank für deine ausführlichen Erklärungen und Tipps! Damit kann ich ja schonmal viel mehr anfangen. Was ist mit solchen äth. Ölen wie Bergamotte, Patschuli oder Nerouli? Davon lese ich immer unheimlich viel...

Wobei ich mir aber noch nicht so sicher bin, ist das Mischen von mehreren äth. Ölen. Soll ich lieber erstmal ein Duft pur ausprobieren? Ich hab da bissel Hemmungen, dass ich gleich eine ganze Portion Basisöl "versaue"... Wie gehe ich denn da so rein praktisch vor?
Sorry für die vielleicht unbeholfenen Fragen - aber bevor ich da rumpansche profitiere ich doch lieber von euren Erfahrungen ;-)

Viele liebe Grüße

Eva
Liebe Eva,
>
> vielen Dank für deine ausführlichen Erklärungen und
> Tipps! Damit kann ich ja schonmal viel mehr anfangen. Was
> ist mit solchen äth. Ölen wie Bergamotte, Patschuli oder
> Nerouli? Davon lese ich immer unheimlich viel...
>
Neroli (Citrus aurantium ssp. aurantium) ist das Blütenöl vom Bitterorangenbaum, es ist sehr hautfreundlich, körperlich und seelisch aufrichtend und mindert Anspannung, Stress und Hektik.

Bergamotte (Citrus bergamia) gilt als der Lavendel unter den Zitrusölen, da sie einen ungefähr gleich hohen Anteil an Ester hat, wie der Lavendel fein. Die Ester bringen Gelassenheit, körperliche und seelische Entspannung.

Patchouli (Pogostemon cablin) ist ebenso sehr hautfreundlich und seelisch stark aufrichtend. Er wird gering dosiert (1 Tropfen reicht in Mischungen), führt in die eigene Mitte, erdet und kann Stresshormone ausgleichen.

Wenn Du ätherische Öle mischen möchtest, solltest Du folgendermaßen vorgehen:

Eine runde Mischung erhält man mit einer Kopf-, Herz- und Basisnote. Auf den Primaverafläschchen ist die Note aufgedruckt. Wenn Du Dir nicht sicher bist, welche Düfte miteinander harmonieren, nimmst Du einen Duftstreifen, gibst 1 Tropfen vom ätherischen Öl darauf. Nach einem kurzen Moment ist der stärkste Dufteindruck verflogen und die Duftnote, die bleibt, bleibt auch in der Mischung. Wenn Du jetzt verschiedene Düfte, je 1 Tropfen je auf einen Duftstreifen gibst (beschriften nicht vergessen), und die Duftstreifen zusammennimmst, bekommst Du das Ergebnis, der ätherischen Öle, die Du in eine Mischung geben würdest.

Viele Grüße

Gabriela

 Re: Danke!!! 21.08.2002 (08:41 Uhr) Eva
Liebe Gabriela!

Vielen Dank für deine Tipps! Also dann werd ich mal bestellen demnächst :-)

Wie wird man eigentlic "Aromakologin"???

Liebe Grüße Eva
 Re: Danke!!! 21.08.2002 (09:41 Uhr) Gabriela
Liebe Eva,

Aromakologin oder Aromaexpertin wird man, in dem man eine Ausbildung über ätherische Öle und deren Anwendung macht. Heilpraktiker oder Ärzte können hinterher sich Aromatherapeut nennen und aromatherapeutisch (also medizinisch) arbeiten. Allen anderen bleibt die Wellness, also der Wohlfühlbereich offen.

Zur Ausbildung gehören Abschnitte wie medizinische Grundkenntnisse, Biochemie der ätherischen Öle, Allergien und Hautprobleme, Aromamassagen und anderes.

Ausbildungen bietet das Forum Essenzia in München (www.forum-essenzia.de), Eliane Zimmermann (www.aromapraxis.de) und noch andere Möglichkeiten, schau mal in den Beiträgen nach, da hatten wir das schon! Mit ausführlichen Berichten und Adressen.

Liebe Grüße

Gabriela

Dies ist ein Beitrag aus dem Forum "Ätherische Öle und Räucherwerk". Die Überschrift des Forums ist "Satureja's Forum für ätherische Öle und Räucherwerk".
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